Bildquelle: CSU Stein
Projekt Weihersberg:
Verantwortung statt Wunschdenken
Zwei Personen halten einen kleinen Weihnachtsbaum mit vielen weißen Wunschzetteln in einem Geschäft.
Der Weihersberg ist eines der bedeutendsten städtebaulichen Entwicklungsprojekte der letzten Jahrzehnte für die Stadt Stein. Richtig geplant und verantwortungsvoll umgesetzt, kann dieses Projekt eine große Chance für die nachhaltige Weiterentwicklung unserer Stadt sein. Genau deshalb braucht es hier Maß und Ziel – und vor allem finanzielle Vernunft. Die CSU Stein steht weiterhin grundsätzlich zum Projekt Weihersberg.
Gleichzeitig ist aber klar: Die Rahmenbedingungen haben sich gravierend geändert. Diese Veränderungen erfordern eine ehrliche Neubewertung und eine Neuausrichtung des Projekts.
Keine Versprechen auf Kosten der nächsten Generation
Für uns als CSU ist eines nicht verhandelbar: Wir werden nichts versprechen, was nicht auch finanzierbar ist. Und wir werden den nachfolgenden Generationen keinen Schuldenberg hinterlassen. Bereits im Juli 2025 wurde auf Basis des Siegerentwurfs des städtebaulichen Wettbewerbs ein Rahmenplan vom Stadtrat mehrheitlich beschlossen. Die CSU hat diesem Rahmenplan damals nicht zugestimmt – und das aus gutem Grund: Die notwendige Wirtschaftlichkeitsberechnung lag nicht vor. Ein Projekt dieser Größenordnung darf nicht ohne belastbare finanzielle Grundlage weiterverfolgt werden. Nach unserer Überzeugung hätte diese Wirtschaftlichkeitsberechnung zwingend vor einer Entscheidung gemeinsam im Stadtrat beraten werden müssen. Dennoch ging der Bürgermeister mit einem finanziell nicht abgesicherten Rahmenplan an die Öffentlichkeit. Dieser sah bereits bis zu 1.500 Wohneinheiten vor.
Mehr Bebauung – weniger Transparenz
Im Dezember 2025 wurde dem Stadtrat dann in nicht-öffentlicher Sitzung ein neuer Rahmenplan vorgestellt. Die Begründung: Für die Wirtschaftlichkeit sei eine deutlich höhere Bebauung notwendig. In derselben Sitzung wurde – gegen die Stimmen der CSU – ein neuer Rahmenplan beschlossen, der nun eine Bebauung mit bis zu 1.800 Wohneinheiten vorsieht. Diese massive Verdichtung widerspricht aus unserer Sicht der ursprünglichen Intention des Stadtrats einer verträglichen Besiedelung. Noch schwerer wiegt jedoch: Die Öffentlichkeit wurde darüber bislang nicht informiert. Viele Bürgerinnen und Bürger gehen weiterhin davon aus, dass der alte Rahmenplan gilt.
Die Frage ist daher berechtigt:
Warum wurde dieser weitreichende Beschluss in nicht-öffentlicher Sitzung gefasst?
Zu hohe Risiken für unsere Stadt
Die Umsetzung des Projekts Weihersberg in der aktuell geplanten Form birgt aus unserer Sicht nicht kalkulierbare Risiken für die Stadt Stein – Risiken, die sehr schnell existenziell werden können.
Wir sehen zahlreiche Kostentreiber, über die dringend gesprochen werden muss.

Unser Vorschlag: Vernunft statt Prestige
Unser Ansatz für die Realisierung des Weihersbergs ist klar und verantwortungsvoll:
  • Wir lassen konsequent die Dinge weg, die wir uns nicht leisten können. Genau so würde es jeder verantwortungsbewusste private Bauherr auch tun.
  • Wir verzichten zunächst auf die geplante Erdverkabelung der Stromtrasse. Sie ist ein teurer Luxus und wird nicht gefördert.
  • Das geplante neue Schulzentrum am Weihersberg wäre nur teilweise förderfähig. Gleichzeitig gibt es in Stein zwei bewährte Schulstandorte, die ausbaufähig sind und deutlich höhere Förderquoten ermöglichen.
  • Die Besiedlung des Weihersbergs soll auf einem moderaten Niveau bleiben. Statt weiterer Verdichtung setzen wir auf zusätzliche Flächen für Gewerbe. Eine gesunde Mischung aus Wohnen und Arbeiten ist ein zentraler Bestandteil unseres städtebaulichen Konzepts.
  • Beim Thema Sportflächen setzen wir auf Erhalt und Sanierung des Bestands am Weihersberg. Ein kompletter Ersatzneubau, wie derzeit vorgesehen, ist aus unserer Sicht weder notwendig noch wirtschaftlich sinnvoll.
All diese Maßnahmen würden in Summe zu einer deutlichen Reduzierung der städtischen Investitionen führen. Denn eines ist klar: Ein politisches „Wünsch-dir-was“ macht das Projekt am Ende unbezahlbar. Selbst bei unrealistisch hohen Verkaufspreisen für Bauflächen wäre nicht genug Geld vorhanden, um alle Versprechungen einzulösen.
Handlungsfähigkeit der Stadt sichern
Beim aktuellen Projektzuschnitt ist ein hohes Defizit zu befürchten. Die Folgen wären gravierend: Die Stadt Stein könnte über Jahre hinweg handlungsunfähig werden. Massive Einschnitte in den Bereichen Sport, Musik, Kultur, Städtepartnerschaften, Infrastruktur sowie mögliche Steuererhöhungen wären kaum zu vermeiden.
Unser Anspruch: solide und seriöse Politik
Die CSU Stein steht für solide, transparente und generationengerechte Politik. Wir sind nicht bereit, unkalkulierbare Risiken einzugehen – weder für die Bürgerinnen und Bürger von heute noch für die kommenden Generationen. Verantwortung bedeutet, rechtzeitig innezuhalten, neu zu denken und den Mut zu haben, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Das sind wir unserer Stadt schuldig.